Share: 

Mai 18th, 2013 by Leo Plaw Zulassung 

Die Welt als Labyrinth – Manier und Manie in der europäischen Kunst

Das große kunst- und literaturhistorische Werk von Gustav René Hocke wirft ein überraschendes Licht auf das Jahrhundert des Manierismus. Hocke streicht ungemein spannend, detail- und wissensreich aber niemals fachsimpelnd heraus, dass das Jahrhundert des Manierismus von 1550 bis 1650 über ein ganz eigenes Weltbild und problematisches Weltverhältnis verfügt. Mit Hilfe einer Fülle bis dato unbekannten Datenmaterials umreißt er die geistigen und philosophischen Grundlagen jener Epoche. Und mehr als das: es gelingt ihm dem Manierismus erstmals ein scharf umrissenes Profil zu geben. Das Profil einer literatur- und kunsthistorischen Stilrichtung, die sich zu allen Zeiten und in allen Kulturen Ausdruck verschaffte und verschafft. Zu verblüffenden Ergebnissen gelangt Hocke schließlich, indem er in der Moderne nach den Leitgedanken und Stilmerkmalen der manieristischen Epoche sucht, wobei er auf frappierende Analogien stößt. Die Lektüre dieser beiden Bände öffnet auf anregende Art und Weise so manche Tür zum Verständnis der Kunstgeschichte sowie zum gegenwärtigen Geschehen in der Kunst. Sie zählen heute zu den unverzichtbaren Standardwerken der Kunstgeschichte.

»Die Welt als Labyrinth und Manierismus in der Literatur hatte ich geradezu gierig verschlungen. Diese beiden Werke hatten für mich und meine schriftstellerische Entwicklung ganz entscheidende Weichen gestellt. Mit ihrer Hilfe war mir zum ersten Mal klargeworden, dass alles, was mich künstlerisch und poetisch bewegte – das Phantastische, das Magische, die Idea Kunst – , keineswegs „eskapistisch“ war, wie man das damals nannte, keineswegs nur einer mehr oder weniger wirklichkeitsfernen Lust am Absonderlichen, Entlegenen entsprang, sondern einer Grundhaltung, einer „Urgebärde“, die in der ganzen europäischen Kultur, ja eigentlich in allen Kulturen der Welt, jener anderen „klassizistischen“ Gebärde komplementär und dialektisch, aber gleichberechtigt gegenüber stand.» (Michael Ende)

  • TB Band 1: Die Welt als Labyrinth – Manier und Manie in der europäischen Kunst Rowohlt 1957
  • TB Band 2: Manierismus in der Literatur, Rowohlt 1959
  • HC: Rowohlt 1987 (beide Bände)
  • Übersetzung: Frankreich, Italien (Theoria), Spanien, Japan (Bijutsu Shuppan), Brasilien (Editora Perspectiva), Serbien, Rumänien, Polen (Slowo Obraz), Albanien (Asmus Editions)
  • Rechte frei
DonateDonate to the Fantastic Visions project.

Leave a Comment

You must be logged in to post a comment.

Präsentierte Peter Gric