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Oktober 7th, 2010 by Otfried Culmann

Dorothea Tanning Graphiken

Dorothea Tanning, I, 1986; Lithographie

Dorothea Tanning, I, 1986; Lithographie

Am 25. August 2010 begann die amerikanische Künstlerin Dorothea Tanning in New York ihren 100. Geburtstag. Tanning, die mit Max Ernst von 1946 an drei Jahrzehnte lang verheiratet war, lehnt jeden Rummel um ihre Person ab. Dennoch zeigt das Max Ernst Museum Brühl des LVR vom 25. August 2010 bis zum 30. Januar 2011 anlässlich ihres 100ten die Ausstellung: «Zwischen dem inneren Auge und der anderen Seite der Tür».

Mit zwei grafischen Suiten und ausgewählten Einzelblättern aus Beständen des Max Ernst Museums wirft die Geburtstags-Hommage einen konzentrierten Blick auf das druckgrafische Werk der Künstlerin. Die Folge «Les 7 périls spectraux» (Die sieben gespenstischen Gefahren), die sieben Lithographien umfasst und 1950 in Paris entstand, versammelt die frühen Motive und Themen des Werkes: Im ersten Blatt ist eine Tür gleichzeitig der Einband eines Buches, in einer weiteren Lithografie fungiert eine Sonnenblume als Teller; das Auge mit mehreren Pupillen ist ebenso zu finden wie die halluzinatorische Metamorphose von Gegenständen, die ein Schlüsselloch zum Haarschopf oder zum Quast verwandelt.

Zwei Jahrzehnte später veröffentlichte Dorothea Tanning die grafische Suite «La marée» (Ebbe und Flut) mit acht Blättern. Der Technik des Steindrucks wird mit dieser Folge von 1970 die mit Weichgrund kombinierte Radierung gegenüber gestellt. Aus den filigranen Strukturen und changierenden Farben tauchen menschliche Körper auf, deren Konturlinien nun offener, befreiter sind. Während die beiden Suiten in Frankreich gedruckt wurden, entstand die großformatige Lithographie «I» (Ich) 1986 in den Vereinigten Staaten. In dieser Selbstdarstellung sind die Hände hinter dem Kopf verschränkt und bilden so ein Auge. Der Bildtitel «I» wird so sprachspielerisch zum «Eye» (Auge). Das frühe Selbstporträt «Birthday» (Geburtstag) von 1942, das Dorothea Tanning bei dem Lithographen Mourlot in einer kleinen Auflage drucken ließ, rundet die Präsentation ab und lässt ein halbes Jahrhundert ihrer Kunst Revue passieren, die nach ihren eigenen Worten «zwischen dem inneren Auge und der anderen Seite der Tür» angesiedelt ist.

Die Ausstellung „zwischen dem inneren Auge und der anderen Seite der Tür – Dorothea Tanning zum 100. Geburtstag. Grafiken“ ist bis zum 30. Januar 2011 zu sehen. Das Max Ernst Museum hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr, am ersten Donnerstag im Monat zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren ist der Eintritt frei.

Zwischen dem inneren Auge und der anderen Seite der Tür
Dorothea Tanning zum 100. Geburtstag – Grafiken
25. August 2010 bis 30. Januar 2011

Max Ernst Museum Brühl
Max-Ernst-Allee 1
50321 Brühl
Deutschland

T: +49 (0)2232 – 579 31 10
F: +49 (0)2232 – 579 31 30

E: [email protected]
W: http://www.maxernstmuseum.de

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 11 – 18 Uhr 
1. Donnerstag im Monat 11 – 21 Uhr

Quelle: Labyrinthe – Gesellschaft für phantastische und visionäre Künste

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