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März 11th, 2011 by Leo Plaw Zulassung 

Surreale Dinge – Skulpturen und Objekte von Dalí bis Man Ray

Salvador Dalí, „Aphrodisiac Telephone“, 1936.

Salvador Dalí, „Aphrodisiac Telephone“, 1936.

„Schön wie die Begegnung einer Nähmaschine mit einem Regenschirm auf einem Operationstisch“ – dieses berühmte Zitat des Dichters Comte de Lautréamont beschreibt einen zentralen Aspekt surrealistischer Kunsttheorie. Besonders in den fremdartigen und skurrilen Objekten und Skulpturen der Surrealisten manifestiert sich das Zusammenspiel von Gegensätzlichem, die ver-rückte Wirklichkeit, die auf Unterbewusstes und Traumhaftes verweist.

Die umfassende Ausstellung in der SCHIRN konzentriert sich erstmals mit rund 150 Werken ausschließlich auf die dreidimensionalen Arbeiten der Surrealisten. Viele davon wirken aus heutiger Perspektive kaum historisch, sondern im Gegenteil überraschend frisch und zeitgenössisch. Die Auswahl der präsentierten Künstler der surrealistischen Epoche von 1925-1945 umfasst sehr populäre Namen wie Duchamp, Magritte, Dalí, Picasso und Miró, aber auch viele andere Künstlerinnen und Künstler, deren attraktive und erstaunliche Werke es für ein breites Publikum noch zu entdecken gilt.

Auf Einladung der SCHIRN hat die Künstlergruppe et al.* ein neues Projekt für die Ausstellungt: „EN PASSANT“ ist eine raumfüllende Installation, durch die die Besucher die Schau betreten.

Überraschung und Schock

Der gemeinsame Nenner surrealistischer Objekte ist weder ihre Herkunft noch die Arbeitsweise noch das verwendete Material, sondern ihre psychologische Wirkung, die Überraschung, der Schock und die gedankliche Veränderung, die das Werk im Betrachter provozieren sollte. „Der Surrealismus beruht auf dem Glauben an die höhere Wirklichkeit gewisser, bis dahin vernachlässigter Assoziationsformen, an die Allmacht des Traumes, an das zweckfreie Spiel des Denkens. Er zielt auf die endgültige Zerstörung aller anderen psychischen Mechanismen und will sich zur Lösung der hauptsächlichen Lebensprobleme an ihre Stelle setzen“, schrieb André Breton 1924 im „Ersten Manifest des Surrealismus“. Beeinflusst durch die Theorien Sigmund Freuds strebten die Surrealisten danach, Vergessenes und Abgedrängtes im Menschen ans Tageslicht zu holen und in Kunst und Leben zu integrieren.

Die Ausstellung eröffnet mit einigen Objekten der vorausgegangenen Dada-Bewegung, die die Arbeitsweise der Surrealisten sowohl in Hinsicht auf die Ausstellungspraxis als auch auf die Objekte vorwegnahm. Von beiden Bewegungen wurde intensiv untersucht, was überhaupt ein Kunstobjekt sein kann. „Der wildgewordene Spießer Heartfield“ von George Grosz und John Heartfield formuliert zwar eine sehr viel direktere politische Kritik als die eher ironischen und poetischen Objekte der Surrealisten, ist jedoch in seiner Kombination aus völlig disparaten Gegenständen ein direkter Vorläufer surrealistischer Objektkunst.

Surreal Objects – Three Dimensional Works from Dalí to Man Ray

Ausstellung: 11. Februar – 29. Mai 2011

Öffnungszeiten:
Dienstag, Freitag – Sonntag
10 AM – 7 PM Mitwoch, Donnerstag
10 AM – 10 AM

Eintritt: 9€, Ermässigt7 €, Familienticket 18 €

Schirn Kunsthalle Frankfurt
Römerberg
60311 Frankfurt
Deutschland

Tel +49 69 299882 0
Fax +49 69 299882 240

http://www.schirn.de

http://www.schirn-magazin.de

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