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Zulassung   

Max Ernst

Max Ernst wurde am 2. April 1891 in Brühl bei Köln geboren – sein Vater Philipp Ernst bringt ihn als Erster in Kontakt mit der Malerei und schafft somit die Grundlage für eine lebenslange Entwicklung.

1909 schrieb er sich an der Universität zu Bonn für Philosophie ein, gab das Studium aber bald auf, um sich völlig der Kunst widmen zu können, wobei er sich besonders mit den Arbeiten psychisch kranker Künstler befasste.

Nach dem Abitur in Brühl studierte er von 1910 bis 1914 an der Universität Bonn zunächst Philosophie, Psychologie und Kunstgeschichte. Philosophen, die der Student Ernst schätzte, waren Novalis, Hegel und die „großen Kritiker des eindimensional gewordenen Denkens des 19. Jahrhunderts, Max Stirner und Friedrich Nietzsche.“ Durch das Studium der Psychologie kam er mit den Schriften Sigmund Freuds in Berührung und beschäftigte sich mit der Kunst der Geisteskranken.

Max Ernst besuchte oft das Museum in Köln und interessierte sich für die flämischen Meister Hieronymus Bosch und Pieter Bruegel sowie für die deutsche Romantik, besonders für Caspar David Friedrich. Aus dem Jahr 1909 sind zwei Landschaften erhalten, die seine Bewunderung für Vincent van Gogh zeigen. 1911 befreundete er sich mit August Macke und beschloss im folgenden Jahr, ermutigt durch die Anerkennung und Förderung durch Mackes Freundeskreis, als Autodidakt Maler zu werden.

1911 trat er den Rheinischen Expressionisten in Bonn bei, nachdem er Freundschaft mit August Macke geschlossen hatte. 1912 folgte seine erste Ausstellung in Köln. In den nächsten Jahren machte er Bekanntschaft mit den Werken bedeutender Künstler wie Paul Cézanne, Edvard Munch, Pablo Picasso, und Vincent van Gogh – 1913 traf er Guillaume Apollinaire und Robert Delaunay, reiste nach Paris und nahm am Ersten deutsche Herbstsalon teil. Im gleichen Jahr begann seine lebenslange Freundschaft mit Hans Arp.

Der Erste Weltkrieg

Obwohl Max Ernst sich während des Ersten Weltkrieges freiwillig zum Militärdienst meldete, hatte er weiterhin Gelegenheit zum Malen und konnte sogar 1916 in Berlin in der Galerie „Der Sturm“ ausstellen. Während eines Fronturlaubs lernt er George Grosz und Wieland Herzfelde kennen und nahm 1917 an der „2. Sturm-Ausstellung“ in der Galerie Dada in Zürich teil.

Der Krieg mit seinen Schrecken und seiner Zerstörung prägte Max Ernst Sicht von der Welt und der Gesellschaft, deren Werte er zunehmend in Frage stellte – nachdem er 1918 nach Köln zurückkehrte, heiratete er Luise Strauß, mit der er einen Sohn hatte. In dieser Zeit produzierte er seine ersten Collagen-Bilder, für die er ausschließlich Bildmaterial aus dem späten 19. Jahrhundert verwendete, als wollte er symbolisch die bürgerlichen Werte und Anschauungen zerschneiden und neu zusammen setzten. Max Ernst wurde Mitbegründer der Kölner Dada-Bewegung mit der Gruppe W/3.

Paris

1921 stellte Max Ernst zum ersten Mal in Paris in der Galerie Sans Pareil aus – in dieser Zeit beschäftigte er sich zudem mit Paul Eluard und André Breton mit der surrealistischen Kunst und arbeitete zusammen mit dem Dichter Paul Éluard an dem Gedichtband „Répétitions“.

Paris wurde die neue Wahlheimat des Künstlers – 1922 verließ er Köln für die Stadt an der Seine. In den nächsten Jahren erweitere sich sein künstlerisches Spektrum zunehmend: 1925 fertigte er seine ersten Werke in der von ihm erfundenen „Frottagetechnik“ an, die in seinem Buch „Historie naturelle“ 1926 veröffentlicht wurden.

Die Technik der „Frottage“ ist eine graphische Abreibetechnik für Bleistiftzeichnungen, die Max Ernst dann für die Malerei weiter entwickelte und „Grattage“ nannte. Beide Techniken bestimmten von diesem Zeitpunkt an seinen Stil. Zusammen mit Joan Miró arbeitete er im selben Jahr an Designs für Sergei Diaghilev und 1929 erschien sein Werk „La Femme 100 têtes“. Im darauffolgenden Jahr arbeitet Max Ernst als Schauspieler zusammen mit Salvador Dalí und Luis Buñuel am dem Film „L’Age d’or“.

1932 nahm Max Ernst an der Gründungsversammlung der „Association des écrivains et artistes révolutionnaires“ teil.

Der zweite Weltkrieg und Amerika

1932 schuf Max Ernst sich eine neue Bühne für seine dadaistischen Werke und stellte in der Julien Levy Gallery in New York aus. 1936 folgte eine weitere Präsentation in „Fantastic Art, Dada, Surrealism“ im Museum of Modern Art, ebenfalls in New York.

Die neuen, nationalsozialistischen Machthaber in Deutschland diffamierten die Werke des ungewöhnlichen Künstlers: 1933 wurde Max Ernst von ihnen als „entartet“ eingestuft, 1927 zeigten sie zwei seiner Bilder in der Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“.

Der Zweite Weltkrieg beeinflusste das Leben des Künstlers auch auf andere Weise nachhaltig: 1939 wurde er in Frankreich aufgrund seiner Herkunft interniert und floh zwei Jahre später in die Vereinigten Staaten, wo er die Kunstsammlerin Peggy Guggenheim heiratete, doch die Ehe hielt nur bis 1943. Auch heute noch hält das Guggenheim Museum mehrere Bilder von Max Ernst in seiner Kollektion, wie zum Beispiel „Die Einkleidung der Braut“ von 1940.

1942 wurde Max Ernst Mitherausgeber der Zeitschrift „VVV“, die eine wichtige Rolle bei der Verbreitung des Surrealismus in den USA spielte.

Zurück in Frankreich

Erst 1953 kehrte er, zusammen mit seiner zweiten Frau, der Malerin Dorothea Tanning, nach Frankreich zurück und wurde ein Jahr später mit dem Malerpreis der 27. Biennale in Venedig geehrt. Dies war der Grund, weswegen er 1954 aus dem Kreis der Surrealisten ausgeschlossen wurde. 1956 nahm ihn die Akademie der Künste in Berlin auf.

Es folgte eine ganze Reihe von Ehrungen, Preisen und Auszeichnungen, die der Künstler sehr unterschiedlich aufnahm. Das New Yorker Museum of Modern Art veranstaltete 1960 eine Max-Ernst-Retrospektive. Der Regisseur Peter Schamoni drehte 1963 in Husmes bei Tours, wo Ernst seit 1955 lebte, einen Film über den Künstler mit dem Titel „Max Ernst – Entdeckungsfahrten ins Unbewusste“. Im folgenden Jahr wurde Max Ernst Ehrenprofessor in Nordrhein-Westfalen, 1966 Offizier der Ehrenlegion. Die Ehrenbürgerschaft, die seine Geburtstadt Brühl ihm im gleichen Jahr anbot, lehnte er dagegen ab, obwohl die Stadt ihn zu seinem 60. Geburtstag mit einer grossen Retrospektive bedacht hatte, die als Wanderausstellung die Grenzen von Brühl verließ. 1970 wurde er Ehrendoktor der Universität Bonn.

In hohem Alter reiste der Künstler 1975 zur Eröffnung der Max-Ernst-Retrospektive im Solomon R. Guggenheim Museum in New York. Paris zog noch im gleichen Jahr mit einer Retrospektive im Grand Palais nach.

Am 1. April 1976 verstarb Max Ernst in der Nacht zu seinem 85. Geburtstag in Paris.

Quellen

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Die Albertina widmet dem großen Bilderfinder Max Ernst seine erste Retrospektive in Österreich. Mit einer Auswahl von 180 Gemälden, Collagen und Skulpturen sowie repräsentativen Beispielen illustrierter Bücher und Dokumente vereint die Ausstellung alle Werkphasen, Entdeckungen und Techniken des Künstlers und stellt sein Leben und Schaffen im biografischen wie zeitgeschichtlichen Kontext vor.
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