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Zulassung  

Johfra

Der holländische Künstler Johannes Franciscus Gijsbertus van den Berg oder schlicht Johfra (Bosschart war der Mädchenname seiner Mutter) wurde am 15. Dezember 1919 um 11:00 Uhr in Rotterdam geboren und starb am 6. November 1998 in Fleurac (Dordogne, Frankreich) an Krebs, wo er zusammen mit seiner Frau seit 1962 gelebt hatte.

Er malte „surrealistisch – auf der Grundlage von Studien der Psychologie, Religion, der Bibel, Astrologie, Antike, Magie, Hexerei, Mythologie und Okkultismus“ (Selbstbeschreibung).

Sein Talent zu malen zeigte sich schon früh, und so besuchte Johfra bereits ab 14 die Kunstakademie in Den Haag. Zunächst im Stil der alten Meister unterrichtet, kam er später – ausgerechnet durch ein Nazi-Buch, welches so gennante „entartete Kunst“ darstellte – mit dem Surrealismus von Meistern wie Dali oder Magritte in Berührung, was ihn für sein Werk stark prägte. Im Jahr 1945 zerstörte eine Fliegerbombe alle Bilder, die er bis dahin geschaffen hatte – etwa vierhundert Gemälde und tausend Zeichnungen. Doch reagierte er nicht deprimiert, sondern sah dies als Ansporn für einen Neubeginn.

1952 heiratete er die Malerin Angèle Thérèse Blomjous, später bekannt unter ihrem PseudonymDiana Vandenberg. Durch den Kontakt mit Cor Damme kamen beide 1953 mit den Rosenkreuzern in Verbindung, deren okkultes und hermetisches Gedankengut Johfra stark faszinierte und künstlerisch inspirierte. Die Ideen, die er hieraus gewann, sollten sein weiteres künstlerisches Schaffen prägen. Im Jahr 1959 trafen beide den Künstler Dali persönlich, um sich über Malerei auszutauschen. In den frühen 1960er Jahren, als die Beziehung zu Vandenberg in die Brüche gegangen war, lernte Johfra seine spätere zweite Frau Ellen Lórien kennen, eine Absolventin der Grande Chaumière in Paris, wo sie Malerei studierte; sie heirateten wohl 1973. Sie lebten in Frankreich, zunächst in sehr bescheidenen Verhältnissen, doch der zunehmende künstlerische Erfolg Johfras ermöglichte ihnen 1974 den Erwerb eines Anwesens in Fleurac im Perigord Noir, das zunehmend ausgebaut wurde; bald kam auch eine Galerie dazu. Im Jahr 1981 veröffentlichte Johfra seine Serie über die Tierkreiszeichen, die wohl seine populärste Veröffentlichung geblieben ist. Sein späteres Schaffen wurde zunehmend, neben der Hermetik, auch von Fantasy-Motiven bestimmt.

Johfra sagt im Vorwort zu dem Buch „Astrologie-Tierkreiszeichen“ über die Entstehung der Bilder:

Als ich im Jahr 1973 von Verkerke Reproducties den Auftrag erhielt, als Vorlagen für Poster die zwölf Tierkreiszeichen zu malen, war ich mir bewusst, dass es wenig sinnvoll wäre, weitere schöne Darstellungen zu den vielen hunderten schon vorhandenen hinzuzufügen. Deshalb beschloss ich, möglichst viele Ansichten der Tierkreiszeichen aus dem Konzentrationsschwerpunkt einer kurzen meditativen Betrachtung herauszuheben… Die vielen Symbole, die sich auf ein bestimmtes Zeichen beziehen, harmonisch in einer Komposition zusammengeführt, würden jedem Gemälde mehr Tiefe geben und dem Betrachter mehr spielerische Möglichkeiten für eigene freie Assoziationen bieten. Die zwölf Tierkreiszeichen werden somit zu einem Zyklus von zwölf Meditationen über den Weg durch den Zodiakus„.

In den Darstellungen verarbeitete er eine Fülle okkulter Symbole, u.a. auch magische Sigillen. In den 80er (Post-Hippie-) Jahren waren seine Poster regelrecht Kult und in jedem einschlägigen (esoterischen) Buchladen zu finden. Teilweise scheinen die Bilder vom Crowley-Tarot (Künstlerin Frieda Harris) inspiriert: z. B. die Zeichen Zwillinge (entspricht der Karte „Die Liebenden“), Wassermann (entspricht dem „Stern“) und Löwe (entspricht „die Lust“).

Bücher

  • Symphonie fantastique – autobiografie
    (Johfra) van den Berg, Franciscus Johannes Gijsbertus; Gerrit Luidinga, Bureau Van Tilburg
    1998 (in Dutch), Woerden: De Verbeelding.
    ISBN 9080442216
  • Johfra – Hoogste lichten en diepste schaduwen
    Gerrit Luidinga
    2001 (in Dutch), Woerden: De Verbeelding
    ISBN 9021589044

Quellen

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Künstwerk

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