Share: 

Heinz Plank

Heinz Plank, geboren 1945 im vogtländischen Bad Elster, zählt als Schüler von Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke zu den profiliertesten Vertretern der »Leipziger Schule« in ihrer mittleren Generation. Nach der Lehre als Gebrauchswerber studierte er 1967 bis 1972 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei den Professoren Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer und war anschließend ein Jahr Meisterschüler bei Prof. Werner Tübke. Danach lehrte er von 1973 bis 1974 an der Fachschule für Angewandte Kunst Schneeberg (heute: Westsächsische Hochschule Zwickau, Fachbereich Angewandte Kunst Schneeberg) und ein Jahr bis 1975 als Oberassistent an der Hochschule für Bildende Kunst in Berlin-Weißensee. Seit 1976 arbeitete er freischaffend in Karl-Marx-Stadt / Chemnitz, lebt und arbeitet seit 1996 in Niederlichtenau bei Chemnitz. Reisen nach Mittelasien, Belgien, in die Niederlande, Schottland, mehrfach in die Schweiz und nach Italien.

Plank arbeitet in altmeisterlich orientierten Maltechniken, vorwiegend mit farbigen Öl-Lasuren. Sein Werk ist nachhaltig durch die alte Leipziger Schule geprägt, aber auch Künstler der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, Francisco de Goya, Salvador Dalí oder Maler des italienischen Manierismus sowie des Symbolismus haben Plank bei seiner Arbeit inspiriert; ebenso beeinflussen Elemente des Futurismus und die Expressivität eines Matthias Grünewald oder El Greco sein Formklima. Charakterisieren oder näher beschreiben könnte man Planks Arbeiten mit kunstgeschichtlichen Begriffen wie magisch-realistisch, phantastisch-realistisch, metaphysisch oder surrealistisch. Er versucht vertieftere Gesamtansichten eines Geschehens als verdichtete Resultate eines umfassenden Weltgefühls darzustellen, wobei Symbole der Gefährdung die Bildsprache begleiten. Sein Anliegen ist nicht das äußere Abbild, sondern die Widerspiegelung der „inneren Wahrheit“, diese jedoch mit Formen und Strukturen der Wirklichkeit – „des Realismus“.

Heinz Plank wagt sich bis an die Grenzen der Wahrnehmung und des Darstellbaren, und er scheut sich auch nicht vor Extremen und widerspruchsvollen Synthesen in seinem Streben nach Widerspiegelung der Gesamtheit innerer wie äußerer Zustände und Konfliktlagen. Die Welt seiner Bilder ist voller Zweifel und Zwiespältigkeit, Gewissheiten jenseits von Schmerz und Geworfensein gibt es keine. Nur selten überlagert ein Gefühl romantischer Gestimmtheit und Melancholie die Bitternis und Dramatik apokalyptischer Untergangsprophetie. Das Werk des Künstlers ist nicht zuletzt Ausdruck der Suche nach einem möglichen Ausgleich solcher Gegensätze – das Ergebnis eine höchst subtile, antithetisch-komplexe »Poetik der Innerlichkeit«, die existenzphilosophische Auffassungen ebenso einbegreift wie Aspekte der Archetypik, des Numinosen und der seelischen Entschlüsselung. Bewusstseinsanalyse, Individuation und psychologische Durchdringung der Abgründe eigener Sehnsüchte und Erfahrungen gehören daher ebenso zum Wesen dieser Kunst wie Verallgemeinerung, Verdichtung und subjektiver Weltbefund.

Text Quellen:

DonateDonate to the Fantastic Visions project.

 

Leave a Comment

You must be logged in to post a comment.

Präsentierte Peter Gric