Share: 

Mai 6th, 2011 by Leo Plaw

Phantastischer Realismus

Der Phantastische Realismus bezeichnet eine aus dem Surrealismus Hans Bellmers und Salvador Dalís entwickelte Stilrichtung der Malerei, die nach dem Zweiten Weltkrieg besonders in Österreich und Deutschland in Erscheinung trat.

Hauptvertreter waren die manieristisch malenden Künstler der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, „deren Bildsujets aus mythischen Themen, kosmischen Träumen, alttestamentarischen Fabeln und apokalyptischen Visionen“ bestand.

Eine eigene Entwicklung nimmt in der deutschen Gegenwartskunst das Werk von Joe Hackbarth. Die Spannbreite reicht von surrealistischen Werken bis hin zum Trompe-l’œil, das er zur Meisterschaft führt.

Die Wurzeln des Phantastischen Realismus als ein spezifisch wienerisches Phänomen reichen zurück bis in die 1920er Jahre, als sich die Moderne in eine breite Palette divergierender Strömungen aufspaltete – neben Kubismus und Konstruktivismus entstanden damals auch der Surrealismus und der magische Realismus.

Die Malweise ist nicht abstrahierend oder abstrakt und orientiert sich an der technischen Perfektion der Alten Meister, die Motive sind phantastisch-unwirkliche Kreationen, manchmal mit schockierenden, apokalyptischen Inhalten, oft mit einer Orientierung am Manierismus. Ab der ersten gemeinsamen Ausstellung im Wiener Belvedere 1959, der bald weitere Ausstellungen auch im Ausland folgten, erzielte die Wiener Schule des Phantastischen Realismus ihren Durchbruch zu internationaler Bedeutung. Eine besondere Breitenwirkung erreichte ihre Kunst über Druckgrafiken in großer Auflage sowie durch zahlreiche Schüler und Nachahmer.

Als Begründer gilt der Wiener Maler, Schriftsteller und Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien, Albert Paris Gütersloh. Die „Phantasten“ formiert sich im Freundeskreis um Gütersloh als „Art Club“-Präsident haben. Der „Art Club“ illustriert die undogmatische Vielfalt dieser Zeit, als expressionistische, kubistische und surrealistische Positionen junger Künstler, wie Maria Lassnig, Arnulf Rainer, und diejenigen der späteren „Phantasten“ konfliktfrei nebeneinander existierten.

Als spiritus rector der Wiener Schule gilt auch der surrealistische Maler Edgar Jené, der im Wien der Nachkriegszeit (1945–1950) zum Förderer und Vermittler des Surrealismus wurde. Ein wesentliches Motiv für die von Johann Muschik gefundene Bezeichnung als „Phantastischer Realismus“ lag im übrigen zunächst darin, den von der stalinistischen Kulturdoktrin geschätzten Begriff des Realismus in Anspruch zu nehmen, und den in diesem politischen Bereich unwillkommenen Ausdruck Surrealismus zu vermeiden. Andere Kritiker beurteilten die populäre Wiener Malerschule im Vergleich zu dem von der westlichen Seite im Kalten Krieg forcierten abstrakten Expressionismus und später dem Wiener Aktionismus als unzeitgemäß und überholt.

Zu den Hauptvertretern zählen Arik Brauer, Ernst Fuchs, Rudolf Hausner, Wolfgang Hutter und Anton Lehmden, in zweiter Generation Kurt Regschek,Herbert Benedikt, Franz Luby und Maitre Leherb (Helmut Leherbauer).

Text Quellen:

DonateDonate to the Fantastic Visions project.

Leave a Comment

You must be logged in to post a comment.

Präsentierte Peter Gric